Kim Dojo Zürich

Miau. Weich machen und dann klopfen. Gerhard Scheuriker Im KDZ

Wo braucht Ihr Unter­stüt­zung? Die­se Fra­ge eröff­net die Gast­trai­nings mit Ger­hard Scheu­ri­ker. Dies­mal waren es zwei The­men, die wir in den 3 Stun­den Trai­ning bearbeiteten:

  • Wann Angrei­fen
  • Yoko Geri Keage

Da vie­le unse­rer frisch­ge­backe­nen Trai­ne­rin­nen anwe­send waren, ging Ger­hard auf didak­ti­sche Ele­men­te ein. Dies war für alle span­nend, weil es beim Trai­ning für sich selbst und zum Übungs­ver­ständ­nis wei­ter­hilft. Kern­aus­sa­gen waren:

  • Eine Übung stellt einen reiz­re­du­zier­ten Rah­men dar, um einen Aspekt zu üben. Dar­um kann eine Übung nicht mehr lei­sten, als der ange­dach­te Zweck
  • Lang­sam stei­gern, Sicher­heit und Ver­trau­en herstellen

Wann angreifen

In einem andern Trai­ning mit Ger­hard galt es für den Ver­tei­di­ger “ledig­lich” so schnell wie mög­lich die Tech­nik zu erra­ten, mit der Ange­grif­fen wird, ohne ins Gesche­hen ein­zu­grei­fen. Nun kam die Stei­ge­rung, indem der Ver­tei­di­ger wei­ter­hin still stand, aber mit ver­schie­de­nen Tech­ni­ken ange­grif­fen wur­de. Der Angrei­fer muss­te dabei die Kon­trol­ke über sei­ne Tech­nik haben auch wenn die Abwehr schief ging. Dies, um Ver­trau­en zu schaf­fen. Heinz stell­te die Fra­ge, was man mit den Leu­ten machen soll, die hart abweh­ren (schluck, schluck).

Nicht weich klopfen, weich machen und dann klopfen

Wir muss­ten Angrif­fe hart und weich abweh­ren und  dann noch einen Kon­ter set­zen. Zu aller Über­ra­schung war die Kon­ter­tech­nik viel wirk­sa­mer, wenn die Abwehr weich erfolg­te. Ger­hard erklär­te dies mit Mus­kel­ket­ten, die eine Kör­per­span­nung bewir­ken. Bei har­ter Abwehr wer­den die­se Ket­ten akti­viert und der Angrei­fer schützt sich. Bei wei­cher Abwehr bleibt er pflau­men­weich und der Kon­ter darf sei­ne vol­le Wir­kung entfalten.

Sich am Arm fest­hal­ten und “umher­schie­ben”, wobei ein­mal viel Druck und dann abrupt kein Druck gege­ben wird. Die Kör­per­span­nung der her­um­ge­scho­be­nen Sei­te ver­än­dert sich sofort, was auch durch Schla­gen eines Gya­ku Zuki veri­fi­ziert war­den kann.

Miau — Die Sache mit der Katze

Ger­hard erwähn­te in der Dis­kus­si­on bei Piz­za und Bier nach dem Trai­ning die Para­bel von der ange­bun­de­nen Klo­ster­kat­ze. Es ging um Form und Inhalt der Form. Hier die Parabel:

Es war ein­mal ein Zen Mei­ster, der es in der Medi­ta­ti­on weit gebracht hat­te. Da ihn beim Medi­tie­ren das Miau­en der Klo­ster­kat­ze stör­te, liess er die­se wäh­rend der Medi­ta­ti­on draus­sen anbin­den. Als der Prie­ster starb, band auch sein Nach­fol­ger die Kat­ze draus­sen an. In der Fol­ge began­nen die Schü­ler die­ses Mei­sters, wäh­rend der Medi­ta­ti­on eine Kat­ze draus­sen anzubinden.
Nach­dem die Schu­le die­ses Mei­sters in Ver­ges­sen­heit geriet, wur­de immer noch im Rah­men eines Festes eine Kat­ze angebunden.

In die­sem Bei­trag wur­de schon etwas zu Form und Kara­te gesagt. Die Form soll dazu die­nen, wei­ter zu kom­men, im Kara­te und als Mensch. From anwen­den, ohne sich über die Form Gedan­ken zu machen — Input sie­he oben.

Als Bei­spiel brach­te Ger­hard die Hiti­ke Bewe­gung ein. Der tie­fe­re Sinn sei dabei, den Geg­ner mit der Hiti­ke Hand zu fas­sen und aus der sym­me­tri­schen Kör­per­hal­tung in ein Ungleich­ge­wicht zu brin­gen, um ihn für den gleich­zei­tig erfol­gen­den Angriff “weich” zu machen.

Wenn wir in der Grund­schu­le und den Kampf­kom­bi­na­tio­nen das Hiti­ke üben, so ist es nütz­lich, uns in Erin­ne­rung zu rufen, wozu es im Kum­ite dient. Die Form ist Hil­fe, aber kein Selbstläufer.

Hier eine Anwen­dung von “weich machen und klopfen”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Yoko Geri Keage

Die Fra­ge war, wie wird Yoko Geri Keage gemacht und wozu kann man ihn ein­set­zen. Ger­hard zeig­te vie­le Anwen­dun­gen, wobei nur eine einen gera­den Tritt beinhal­te­te. Alle andern Anwen­dun­gen waren “zwei­tei­lig”, zuerst ein Feger oder eine Irri­ta­ti­on mit dem ange­ho­be­nen Knie, dann der eigent­li­che Yoko Geri. Ger­hard mein­te, dass der Yoko Geri tief getre­ten wer­den kann und soll, um z.B. das Knie, die Knie­keh­le oder die Wade zu treffen.

Hier das Video mit Ger­hards Erklärungen:

Wei­te­re Vide­os mit Ger­hard Sche­ri­ker auf You­tube.