Kim Dojo Zürich

Sochin und entwurzelte Bäume

… oder die Wur­zeln spüren.

Manch­mal hilft ein Hinweis…

Gera­de ist der gros­se Schnee vor­über und hat in den Wäl­dern sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen. Vie­le gestan­de­ne Bäu­me haben Äste ver­lo­ren oder sind ganz umgestürzt.

Der gros­se Schnee. Und es schnei­te weiter.

Viel­leicht hat die eine oder ande­re Lese­rin einen ange­knack­sten Ast oder sucht in die­sen Coro­na Zei­ten einen siche­ren Stand. Da hät­ten wir aus der «Kara­te-Haus­apo­the­ke» ein Mit­tel­chen: Sochin.

Die Herausforderungen

Zwei erfah­re­ne Kara­te-Damen mein­ten zum The­ma Sochin unab­hän­gig, «Ja, da füh­le ich mich ganz baum­ar­tig ver­wur­zelt». Und: «Die Kata ist nicht ein­fach». Das weck­te mei­ne Neu­gier und die Her­aus­for­de­rung Sochin konn­te begin­nen. Das Offen­sicht­li­che an der Kata ist der Stand. Die­ser gibt «Müs­keli» und Span­nung im «Fahr­ge­stell» (**).

Weni­ger offen­sicht­lich, aber bald erfahr­bar ist die Kör­per­span­nung. Ich wur­de ange­hal­ten, beim Rent­s­uki (Dop­pel­stoss) für den Gya­ku Tsuki die Schul­ter etwas nach vor­ne zu brin­gen, aber nicht aus der Schul­ter, son­dern der Hüf­te gedreht (***).

Die Sache mit dem Timing: Der Anfang ist lang­sam, so auf 5 Zäh­len und dann soll­te die Kör­per­span­nung mit dem Ende der Tech­nik (Gya­ku Age Uke / Gedan Barai) zusammenfallen (***).

Wei­ter bie­tet die Kata Yoko Geri, nicht unähn­lich Hejan Yon­dan, wo es ein Keage ist, aber beim 1. Yoko Geri über den Rücken gedreht und bei­de Male…  im Sochin Dachi «gelan­det» (*). Die Kata kennt net­ter­wei­se nur Sochin- und Kokutsu Dachi, macht es also über­sicht­lich, hihi.

Zum Schluss noch Details: Beim Haupt­the­ma die Fäu­ste schön über­ein­an­der und Gedan Barai nicht gestreckt, son­dern leicht abge­wickelt. Und der Stand beim Mae Geri nicht zu breit (sonst könn­te es ja noch zu ein­fach wer­den). Am SKR Zoom-Zen­tral­trai­ning wur­de uns dies übri­gens auch für Hejan Godan und Bassai Dai ans Herz gelegt.

Als Vor­la­ge für die Kata habe ich das Video von Hiro­ka­zu Kana­za­wa ver­wen­det. Zum The­ma Sochin Dachi gibt es eini­ge Erklär­vi­de­os. Die Aus­füh­rung ist teil­wei­se unter­schied­lich, also meh­re­re Quel­len konsultieren.

Nicht ganz wohnzimmertauglich

Die Kata ist nicht ganz wohn­zim­mer­taug­lich, aber wenn man sich sich z.B. nach Tech­nik 25 (1. Kiai) um 90 Grad nach links dreht und mit dem Mikats­uki Geri wei­ter­macht, passt es schon.

Habt Ihr Appe­tit bekom­men? Die Kata ist schwie­rig, aber gera­de dar­in liegt der Trai­nings­an­reiz. War­um sich im Hal­block­down nicht auch mal etwas (über)fordern? Oder, für die alten Häsinnen/Hasen: Gelern­tes ver­tie­fen? In dem Sin­ne, trai­niert, bleibt dran und vor allem gesund.

PS: Über­all bei den (*): Bau­stel­le in Arbeit. Anzahl Ster­ne sind eine Indi­ka­ti­on für die geplan­te Baudauer.

Sand­dorn im Sochin Dachi. Tap­fer, aber zum Schluss muss­te er doch von sei­ner Last befreit werden.